Wenn Eltern nach Orientierung im Babyalltag suchen, stoßen sie früher oder später auf „Oje, ich wachse!“ von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij. Das Buch verspricht, die berühmten „Sprünge“ in der Entwicklung von Babys verständlich zu erklären – und wird von vielen Eltern als wertvoller Begleiter durch das erste Lebensjahr genutzt.
Worum geht es?
„Oje, ich wachse!“ basiert auf der Idee, dass Babys bestimmte geistige Entwicklungsschritte (sogenannte „Sprünge“) durchlaufen, die ihr Verhalten und Wohlbefinden stark beeinflussen können. Die Autoren beschreiben zehn solcher Sprünge, geben Einblicke, woran Eltern diese erkennen können und wie sie ihr Kind in dieser Phase unterstützen.
Das Buch kombiniert wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Tipps und Erfahrungsberichten, was es sehr lebensnah und zugänglich macht. Besonders hilfreich: Viele Eltern fühlen sich durch das Wissen weniger verunsichert, wenn ihr Baby plötzlich quengeliger oder anhänglicher ist.
Zur passenden App
Zusätzlich zum Buch gibt es die offizielle „Oje, ich wachse!“-App, die viele Inhalte mobil zugänglich macht. Eltern können damit die Sprünge ihres Kindes im Kalender verfolgen, Erinnerungen erhalten und kompakte Tipps für jede Entwicklungsphase abrufen. Die App bietet außerdem kurze Zusammenfassungen und Beobachtungshilfen für unterwegs.
Hinweis: Wir haben die App selbst nicht getestet, möchten aber auf diese zusätzliche Möglichkeit hinweisen.
Was uns im Kontext von Equal Parenting aufgefallen ist
Obwohl „Oje, ich wachse!“ als allgemeiner Elternratgeber konzipiert ist, richtet sich die Ansprache im Buch häufig stärker an Mütter als primäre Bezugspersonen. Väter oder andere Bezugspersonen werden zwar erwähnt, treten aber in den Hintergrund. Für Familien, die bewusst auf Equal Parenting setzen, kann dies beim Lesen auffallen.
Gerade deshalb bietet das Buch eine gute Gelegenheit, die beschriebenen Entwicklungsphasen gemeinsam zu reflektieren und die Inhalte an das eigene Familienmodell anzupassen. So können beide Elternteile aktiv und gleichberechtigt auf die Bedürfnisse ihres Kindes eingehen.
Stärken des Buches
- Klar strukturierte Informationen: Jeder Sprung wird verständlich beschrieben.
- Empathischer Ton: Eltern werden ermutigt, ihr Baby und sich selbst liebevoll anzunehmen.
- Konkrete Beispiele: Hilfreich, um Situationen im Alltag besser einordnen zu können.
Schwächen des Buches
- Einseitiger Fokus: Die klassische Rollenverteilung wird teilweise unreflektiert dargestellt.
- Wiederholungen: Manche Inhalte wirken etwas redundant.
- Nicht jeder Sprung trifft immer zu: Kinder entwickeln sich individuell – was auch im Buch erwähnt wird, aber im Alltag leicht untergehen kann.
Unser Fazit
„Oje, ich wachse!“ ist ein wertvoller Begleiter für die erste intensive Zeit mit Baby – wenn man es als das sieht, was es ist: eine Orientierungshilfe, keine feste Anleitung. Für Eltern, die Gleichberechtigung aktiv leben möchten, lohnt es sich, einzelne Passagen kritisch zu hinterfragen und die Impulse bewusst gemeinsam weiterzudenken.
Tipp: Vielleicht lest ihr das Buch zusammen oder tauscht euch bewusst darüber aus, wie ihr die Erkenntnisse auf euer Familienmodell übertragen könnt. So wird aus „Oje, ich wachse!“ nicht nur ein Nachschlagewerk, sondern ein Impuls für echte Teamarbeit im Elternsein.
Das Buch „Oje, ich wachse!“ findet ihr zum Beispiel hier bei Thalia oder hier bei Amazon.