Gleichberechtigung in der Elternschaft bedeutet nicht, jede Aufgabe exakt 50/50 aufzuteilen, sondern flexibel zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen. Hier sind einige Beispiele, wie das in der Praxis aussehen kann:
Individuelle Stärken nutzen:
- Einer kocht lieber, der andere badet das Kind – und das ist okay.
- Einer hat mehr Geduld für Einschlafbegleitung, der andere übernimmt lieber das morgendliche Anziehen.
- Einer ist super im Organisieren von Terminen, der andere kümmert sich eher um spontane Herausforderungen.
Berufliche und familiäre Phasen berücksichtigen:
- Wenn einer gerade eine stressige Phase im Job hat, übernimmt der andere in dieser Zeit mehr zu Hause – und umgekehrt.
- Nach einer Elternzeit geht der Wiedereinstieg oft mit einer Neuverteilung der Aufgaben einher.
Anpassung an den Alltag:
- Mal bringt einer das Kind in die Betreuung, mal der andere – je nachdem, wie es in den Tagesablauf passt.
- Wenn einer mal ein Wochenende für sich braucht (z. B. für Freunde, Sport oder eine Auszeit), übernimmt der andere mehr – und beim nächsten Mal wird getauscht.
- Statt „jeder übernimmt 50 % der Nächte“ kann eine Lösung sein, dass einer die Nächte in der Woche macht, wenn der andere früh aufstehen muss, und am Wochenende wird gewechselt.
Situativ entscheiden:
- Wenn ein Kind krank ist, bleibt derjenige zu Hause, der es sich gerade besser einrichten kann – und nicht automatisch nur ein Elternteil.
- Wenn einer gerade mental erschöpft ist, springt der andere mehr ein, bis sich das wieder ausgleicht.
- Statt „Mama macht immer die Wäsche, Papa immer den Einkauf“ können die Aufgaben nach Bedarf neu verteilt werden.